Bunt durchmischte Beiträge, die in keine der anderen Blog-Kategorien passen.
(2010-08-05)
Es gibt verschiedene Konzepte zur Regelung der Vorfahrt im Straßenverkehr. Am weitesten verbreitet (in unserem Kulturkreis) ist das folgende Schema:
- standardmäßig gilt "rechts vor links"
- durch Schilder können Haupt- und Nebenstraßen geschaffen werden, erstere haben immer Vorfahrt vor letzteren
- Ampeln sperren Straßen kurzzeitig immer im Wechsel, so daß Kreuzungen stoßweise von mehreren Fahrzeugen in je eine Richtung zügig durchfahren werden können
Nun möchte man annehmen, daß dieses Modell sehr sinnvoll ist, wenn es schon so weit verbreitet ist. Die Planer werden sich ja was dabei gedacht haben. Das ist auch so, dennoch waren diese Planer auf einem Stand, der längst wissenschaftlich und technisch überholt ist. Heutzutage kann man etwa mit Computersimulationen ganz andere Vorfahrtsysteme analysieren.
In manchen Regionen gibt es seit einiger Zeit Pilotprojekte, wo andere Vorfahrtsysteme ausprobiert werden. Unter anderem hat sich erstaunlicherweise ein ganz simples sehr gut bewährt:
- keine Schilder
- keine Ampeln
- kein "rechts vor links"
- man verständige sich per Handzeichen oder auf ähnliche Weise
Dieses System hat in Simulationen und in jahrelangem praktischem Einsatz erstaunliche Resultate geliefert:
- deutlich weniger Unfälle
- geringere Umweltbelastung (Abgase und Lärm)
- insgesamt schnellerer Verkehrsdurchsatz, dh man kommt schneller von Punkt A nach Punkt B
Ich habe gestern jedoch einmal gründlich über das Thema nachgegrübelt und bin der Meinung, daß es eine noch bessere Lösung geben könnte:
- im Zweifelsfall verständige man sich per Handzeichen oder auf ähnliche Weise
- bei übersichtlichen Situationen sollte "rechts vor links" gewählt werden
- bei vollen/unübersichtlichen Kreuzungen sollte generell immer "gewebt" werden, analog zum "Reißverschlußsystem": im Uhrzeigersinn (analog zu "rechts vor links") fährt als nächstes jeweils derjenige, der links von demjenigen kommt, der eben fuhr
- längere Verkehrsteilnehmer haben Vorrang vor kürzeren, schnellere vor langsameren, größere vor kleineren
- Straßenbahnen haben immer Vorrang vor allen anderen, danach kommen Busse, Lastzüge, Laster, PKWs, Motorräder, langsame Baumaschinen, Fahrräder und schließlich Fußgänger
- zwischen Straßenbahnen gilt generell "rechts vor links"
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